HENRIKE SUPIRAN

Müllers Unterhaltungsmagazin Ausgabe 03/2003
"Henrike Supiran: Emanzipatorisches und realistisches Schreiben"

(...) Die beiden Herausgeberinnen legen mit dem wohlfeil ausgestatteten Buch eine Zeugenanthologie eines besonderen Jahrzehnts deutscher Geschichte dem Krieg, die das "Wirtschaftswunder" ansteuert und sich wenig mit Vergangenheitsbewältigung und Schuld quälen will (...).

 

Speyerer Tagespost vom 16. August 2002
"Erzähl' mir doch von früher"

(...) Was "Gute Butter" zu packendem Lesestoff macht, sind nicht allein die Begebenheiten, die einen heute in ungläubiges Kopfschütteln verfallen lassen. Die Herausgeberinnen beließen jede der Aussagen ganz bewusst in ihrer natürlichen Erzählhaltung, veränderten nichts am Stil. So entstanden sehr persönliche Profile. Erstaunlich ist, wie offen die Gesprächspartnerinnen über ihre Erfahrungen berichten, gerade im Hinblick auf die damals sehr verklemmte Sexualität (...). Erst sollte das Buch bei Fischer erscheinen, doch nur als Taschenbuch, als reines Frauenbuch, überregional. Darauf ließen sich die beiden Herausgeberinnen nicht ein. Gut so. Auf diese Weise ist ein sehr persönliches Werk entstanden, das die unterschiedliche Sozialisation von Frauen und Männdern ebenso beleuchtet wie Gegebenheiten der Region in den Blick rückt, ohne dabei pfalztümelnd zu sein.

 

Die Rheinpfalz vom 05. September 2002
"Erinnert an eigene Vergangenheit"
zur Buchpremiere in der Stadtbücherei

Das Interesse war enorm, der große Vortragssaal der Stadtbücherei war voll besetzt. "Sehr viele Damen und Herren hier haben die 50er selbst miterlebt", stellte Kulturdezernent Brohm bei der Begrüßung des Publikums fest (...). An den Reaktionen des Publikums war zu merken, dass viele Ähnliches erlebt haben und an ihre eigene Vergangenheit erinnert wurden (...). "Sie haben uns wirklich in die Zeit zurückversetzt", sagte Hanspeter Brohm nach der einstündigen Lesung zu den Herausgeberinnen. Das Buch werde sicher in das Archiv der Stadt aufgenommen. Brohm schlug vor, das Buch auch in die Schulbibliotheken zu stellen und so jungen Leuten zugänglich zu machen (...).

 

Speyerer Wochenblatt vom 11. Dezember 2002
"Bild der 50er Jahre"

Notgedrungen erfahren Leser nur Bruchstücke aus dem Leben der Erzählenden. Doch gelingt es den Herausgeberinnen auf rund 280 Seiten ein vielfältiges Bild der 50er Jahre zu entfalten, das mit Nierentisch-Nostalgie nichts zu tun hat (...). Die Autorinnen Beckerle und Supiran nehmen vielfachen Bezug in ihren Kommentaren auf Schilderungen ihrer Gesprächspartner und Gesprächspartnerinnen, bewahren dennoch die notwendige Distanz (...).